05.10.07

Patienten in Deutschland meist gut versorgt

Von: von Petra Spielberg (Brüssel), Financal Times Deutschland

Deutsche Patienten können mit ihrem Gesundheitssystem weitgehend zufrieden sein. Allerdings fehlt es weiter an Möglichkeiten, sich über die Qualität der Versorgung informieren zu können.

Und auch bei den Patientenrechten hapert es im Vergleich zu anderen europäischen Staaten noch. Zu diesem Ergebnis kommt ein Vergleich der Gesundheitssysteme der 27 EU-Staaten einschließlich der Schweiz und Norwegen, dem sogenannten European Health Consumer Index. Deutschland landete dabei aufgrund der Mängel bei der Markttransparenz und den Patientenrechten auf Platz fünf, hinter Österreich, den Niederlanden, Frankreich und der Schweiz.

Vor allem wegen der langen Wartelisten für Patienten liegt Großbritannien im Mittelfeld. Abgeschlagen rangieren die Gesundheitssysteme Osteuropas auf den hinteren Plätzen. Offenbar konnten sie noch keine leistungsfähigen Systeme aufbauen.

Die Studie des Brüsseler Beratungsunternehmens Health Consumer Powerhouse hat das Ziel, Ansätze für eine am Patienten orientierte nationale und europäische Gesundheitspolitik zu finden. Dafür wertet das Unternehmen statistische Daten der Länder sowie der Weltgesundheitsorganisation und der OECD aus. Außerdem führen Mitarbeiter Interviews mit nationalen Patientenvertretern, Politikern und Managern.

Diese Datenbasis ist zugleich einer der Schwachpunkte der Studie, kritisieren Experten. Den Erhebungen liegen keine einheitlichen Standards zugrunde, zum Teil stammen sie nicht mal aus demselben Zeitraum. "Die Ergebnisse lassen daher keine endgültigen Rückschlüsse zu", räumt auch Arne Björnborg, Forschungsleiter der Studie, ein. Der Index stelle vielmehr einen Versuch dar, die Qualität der medizinischen Dienstleistungen und die Transparenz der Gesundheitssysteme aus Patientensicht zu bewerten.

 

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